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So überwintern Insekten in Ihrem Garten

Einheimische Insekten im Winter: Überlebensstrategien und Gartenpflege

Die Vielfalt der Überwinterungsstrategien

Im Winter zeigt sich die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit unserer einheimischen Insekten. Viele Arten entwickeln einzigartige Strategien, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Einige ziehen sich in wärmere Gebiete zurück, während andere in Hohlräumen, unter Laub oder in der Erde überwintern. Dieses Phänomen spiegelt die faszinierende Resilienz der Insektenwelt wider.

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Überwinterungstaktiken verschiedener Insektenarten

Schmetterlinge:

Es ist erstaunlich, aber viele unserer zarten Schmetterlingsarten verbringen den kalten Winter hier bei uns. Zu diesen gehören der Zitronenfalter, der Große und der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge, der C-Falter und der Trauermantel. Sie trotzen der unwirtlichen Witterung und sind oft die ersten Falter, die uns im Frühjahr erfreuen.

Als Falter

Der Zitronenfalter zeigt sich besonders robust. Er überwintert fast ungeschützt vor Frost und Schnee. Das schafft er nur, weil er eine Art Frostschutzmittel in seinem Blut hat, das ihm erlaubt, Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius schadlos zu überstehen. Während der Wintermonate findet man ihn oft an Efeublättern, Brombeeren oder Stechpalmen. Aber auch hohes Gras bietet ihm einen geeigneten Überwinterungsplatz.

Andere Schmetterlingsarten, die den Winter hier verbringen, benötigen ein etwas frostresistenteres Versteck, wie einen Dachstuhl, einen Geräteschuppen oder einen Keller. Sollten Sie während der kalten Jahreszeit einen solchen Falter entdecken, ist es am besten, ihn an seinem kühlen Aufenthaltsort zu belassen. Im Frühjahr erwachen die Falter dann von selbst wieder zum Leben und begrüßen die wärmere Jahreszeit.

Als Puppe:

Einige Schmetterlinge entscheiden sich dafür, den Winter in Form einer Puppe zu verbringen. In dieser Phase hängen sie hauptsächlich an Pflanzen. Ein Beispiel hierfür ist der Aurorafalter, der seine Puppen an den Futterpflanzen seiner Raupen überwintert, wie beispielsweise der Rauhaarigen Gänsekresse, dem Schaumkraut oder dem Echten Barbarakraut. Ebenso verbringt der Schwalbenschwanz den Winter in seiner Puppenform an Stauden und Gräsern.

Als Raupe:
Die meisten Schmetterlingsarten überwintern in Form der Raupe, entweder im Boden oder unter Baumrinden. Der Baumweißling, der Hufeisenklee-Gelbling, der Kleine Schillerfalter und viele andere Arten schätzen Bäume mit rauer Rinde oder Sträucher als Winterquartier. Hier sind einige einfache Maßnahmen, wie wir diesen Faltern während der kalten Jahreszeit helfen können:
1. Blätter im Garten im Herbst liegen lassen.
2. Verzichten Sie auf den Einsatz von Giftstoffen im Garten.
3. Halten Sie den Boden bedeckt, beispielsweise durch Mulch oder Bodendecker.
4. Fördern Sie Raupenfutterpflanzen wie Hufeisenklee, Weiden und verschiedene Wildkräuter.
Durch diese kleinen Gesten können wir dazu beitragen, dass Schmetterlingsraupen den Winter gut überstehen und im nächsten Frühling wieder unsere Gärtenmit ihrer Schönheit bereichern.

Ein wertvoller Tipp für Schmetterlingsliebhaber: Lassen Sie Wiesen im Herbst ungemäht und schneiden Sie Stauden sowie Gräser erst im Frühjahr zurück. Auf diese Weise tragen Sie dazu bei, dass Schmetterlinge ihren Winterschlaf gut überstehen können.

Käfer und Libellen:

Auch Käfer und Libellen zeigen besondere Überwinterungsmethoden. Marienkäfer zum Beispiel suchen geschützte Orte wie Laubhaufen, während Libellenlarven in Gewässern überwintern.

Bienen und Hummeln:

Solitärbienen, das sind Wildbienen ohne einen Staat wie die Honigbiene, überwintern entweder als adulte Biene oder als Bienenpuppe in einem Kokon. In unseren Gärten finden sie geeignete Quartiere: Pflanzenstängel, hohle Äste oder eigens bereitgestellte Insektennisthilfen bieten ideale Überwinterungsorte. Einige Solitärbienen verbringen die kalte Jahreszeit auch im Boden. Im frühen Frühjahr schlüpfen diese fleißigen Bestäuber dann aus ihren Verstecken, bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen.

Hummeln durchlaufen im Herbst einen besonderen Prozess: Die Arbeiterinnen und die alte Königin sterben, und aus der letzten Brutgeneration schlüpfen neue Königinnen. Diese neuen Königinnen paaren sich im Herbst, um dann den Winter starr und gut versteckt in Ritzen, Totholz, Laub oder sogar im Boden zu verbringen, etwa in Mäusenestern.

Wenn Sie dazu beitragen möchten, die nächste Hummelgeneration zu unterstützen, sollten Sie in Ihrem Garten geeignete Strukturen bereitstellen und im Herbst Blumenzwiebeln für das kommende Frühjahr pflanzen.

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Hummeln sind oft die ersten Besucher in Ihrem Garten nach der langen Winterpause und auf der Suche nach Nahrung. Winterlinge, Krokusse, Märzenbecher und andere Frühblüher sind beliebte Nahrungsquellen für diese emsigen Bestäuber.

Gartenpflege für den Insektenschutz im Winter

Ein insektenfreundlicher Garten bietet vielen Arten Schutz und Überlebensmöglichkeiten im Winter. Mit einfachen Maßnahmen kann jeder Gartenbesitzer einen Beitrag zum Erhalt der Insektenvielfalt leisten:

  1. Laub und Totholz liegen lassen: Bieten natürliche Verstecke und Lebensräume.
  2. Kein Einsatz von Pestiziden: Schont Insekten und deren Lebensräume.
  3. Pflanzenstängel nicht zurückschneiden: Bietet Schmetterlingen und anderen Insekten Überwinterungsplätze.
  4. Naturnahe Teiche anlegen: Fördert die Überwinterung von Libellenlarven.
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